Informationen zum Verein

Dank des Engagements namhafter Organisationen und einzelner kleinerer Gruppen sind Menschen mit Behinderung im Laufe der letzten dreißig Jahre zunehmend in der Öffentlichkeit wahrgenommen und akzeptiert worden. Es hat, besonders in jüngster Zeit, auch nicht an Bemühungen um eine Integration in das gesellschaftliche Umfeld gefehlt, sei es über eine Kooperation der Einrichtungen für Behinderte mit Betrieben in der freien Wirtschaft, die bereit sind Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, sei es über das sogenannte „ambulant betreute Wohnen" in kleinen Wohneinheiten außerhalb von Wohngemeinschaften für Behin­derte mit ständiger Betreuung. Diese Option wird von den staatlichen Kostenträgern - seit Auflösung des Landeswohlfahrtsverbands Baden-Württemberg die Stadt- und Landkreise - aufgrund der ständig geringer werdenden finanziellen Mittel mehr und mehr favorisiert, obwohl noch gar nicht sicher ist, ob dadurch überhaupt nennenswerte Einsparungen erreicht werden können. Bei all diesen Bestrebungen wird allerdings häufig übersehen, dass solche Einrichtungen für die weitaus meisten geistig und/oder mehrfach behinderten Menschen nicht geeignet sind, die sich nicht selbst versorgen können und daher auf ständige Hilfe angewie­sen sind. Auch sind bisher kaum Überlegungen bekannt geworden, wie die Zukunft dieser Menschen gestaltet werden soll, wenn sie aus Altersgründen keine beschützenden Werk­stätten mehr besuchen oder sich nicht mehr selbst versorgen können, bzw. pflegebedürftig werden. Noch handelt es sich meist um Einzelfälle, deren Versorgung in der Regel vom hauptamtlichen Betreuungspersonal geleistet werden kann und auch geleistet wird. Was geschieht aber, wenn - und bei der steigenden Lebenserwartung auch der behinderten Menschen ist dies zu erwarten - die Zahl solcher Pflegefälle zunimmt und die Arbeit in den Einrichtungen personell nicht mehr geleistet werden kann? Zusätzliche Betreuungs- oder Pflegekräfte können aus den zur Verfügung stehenden Pflegesätzen nicht finanziert werden. Sollen diese Menschen dann aus ihrem gewohnten Umfeld herausgerissen und in Pflegeheimen untergebracht werden? Die Einstellung auf eine neue Umgebung und neue Ansprechpartner und der Verlust der vertrauten Mitbewohner würde, besonders bei den meisten geistig behinderten Menschen, eine erhebliche seelische Belastung mit sich bringen. Der Verein LEBENSQUALITÄT e.V. hat es sich daher zur Aufgabe gesetzt, solche Härten vermeiden zu helfen und Vorsorge zu treffen, die vorhandene Lebensqualität der behinderten Angehörigen auch im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit finanziell unterstützend zu erhalten. Er ist hervorgegangen aus einer Initiative von Eltern, deren Kinder in der Karl-Schubert-Gemeinschaft e. V., Filderstadt, betreut werden. Im Juli 2005 begann ein Arbeitskreis aus 12 Eltern mit der Vorbereitung der Vereinsgründung und der Ausarbeitung einer Satzung, die am 23. November 2005 von der Gründungsversammlung angenommen wurde. Der Verein hat inzwischen 115 Mitglieder, das entspricht etwa der Hälfte der betrof­fenen Familien.

Zweck und Ziele des Vereins lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Der Verein LEBENSQUALITÄT e.V. ist ein gemeinnütziger Verein zur Zukunfts­sicherung und Erhaltung der Lebensqualität für die seelenpflegebedürftigen Men­schen in der Karl-Schubert-Gemeinschaft e. V., hat seinen Sitz in Filderstadt-Bonlanden und ist seit 22.12.2005 unter der Nummer VR 1302 im Vereinsregister Nürtingen eingetragen. Seelenpflegebedürftige Menschen, betreute Menschen bzw. Betreute sind geistig behinderte und/oder mehrfach behinderte Menschen im Sinne der Sozialgesetzgebung. Der Verein hat zum Zweck, diese Menschen in besonderen Lebenssituationen zu unterstützen, damit ein lebens­langer Verbleib in der gewählten Umgebung möglich ist. Zur Unterstützung zählen insbesondere Maßnahmen, die von einem Kostenträger nicht gefördert oder getragen werden und auch nicht von der Karl-Schubert-Gemeinschaft erbracht werden können, wie zum Beispiel zusätzliche Kosten bei ständiger Pflegebedürftig­keit, Mehrkosten zur medizinischen Versorgung, besondere therapeutische Maß­nahmen, Mehrkosten durch Pflege im Krankheitsfall oder nach Klinikaufenthalt, zusätzliche Betreuung bei Beschäftigungsunfähigkeit, bezogen auf die Tätigkeit in einer Behinderteneinrichtung.

Der Vorstand des Vereins besteht aus sieben Mitgliedern, die, ebenso wie die Geschäfts­führerin, sämtlich ehrenamtlich arbeiten. Öffentliche Zuschüsse stehen nicht zur Verfügung, deshalb müssen die für die Vereinstätigkeit notwendigen Mittel ausschließlich von Eltern, Verwandten oder Freunden in Form von Mitgliedsbeiträgen sowie durch Einwerbung von Spenden aufgebracht werden.

Naturgemäß kann der Verein LEBENSQUALITÄT e.V. zunächst nur regional im Umfeld der Karl-Schubert-Gemeinschaft e. V. tätig werden. Es steht aber außer Frage, dass die Probleme, die wir zu lösen helfen wollen, auch in anderen Behinderteneinrichtungen entstehen werden, die nicht über eigene Pflegedienste verfügen. Wir betrachten den Verein daher auch als eine Keimzelle für weitere Elterninitiativen mit ähnlichen Zielen.